Keiner kommt hier lebend raus!
Unter dieser Rubrik finden Sie Texte zu den Themen GESUNDHEIT und PSYCHOLOGIE. Der Begriff Gesundheit bedarf allerdings einer Erläuterung. Im Sinne der prozessorientierten Essenzentherapie ist Gesundheit ein sehr dehnbarer Begriff, der auf dem Weg von der Geburt zum Tod unterschiedlich, aber subjektiv wahrgenommen wird. Gesundheit ist niemals Ziel des Lebens. Es lässt sich auf Dauer nicht vermeiden, dass unser Körper schlappmacht. An irgendeinem „Gebrechen“ werden wir sterben, denn keiner kommt hier lebend raus.
31. Jänner 2012
Depressionen und Angststörungen auf dem Vormarsch
Gestern in einer Radiosendung des ORF wurde gesagt, dass ein Drittel der Anträge auf Frühpensionierung mit der Diagnose Depression oder Angststörung gestellt würden. Allgemein würden diese beiden "Erkrankungen" gewaltig zunehmen. Das wundert mich nicht. Das Prinzip, nachdem bei einer Gesellschaft der gefüllten Schaufenster und Regale bei Menschen neben der Gier auf diese Waren vor allem die Angst vor dem Existenzverlust geschürt wird - ganz bewusst geschürt wird, zeitigt solche Folgen. Da muss man nicht Soziologie und Psychologie studiert haben, um das zu erkennen. Dieses Prinzip - früher sagten wir das patriarchalische Prinzip, heute bevorzugt man den Begriff das kapitalistische Prinzip - basiert auf Gier und Angst. Hinzu kommt, auch das unverzichtbarer Bestandteil dieses Prinzips, eine völlige Sinnentleerung im eigenen Leben. Unsere Eltern fanden ihre Motivation, sich das alles gefallen zu lassen, in der Hoffnung, Wohlstand und Sicherheit nach diesem verheerenden Alptraum namens Nationalsozialismus wieder aufzubauen. Meine Generation war motiviert, mit den alten Nazis abzurechnen und sich von der Spießigkeit und moralischen Verlogenheit des Prinzips zu befreien und sogar zu glauben, damit erfolgreich zu sein. Unsere Kinder glauben das nicht. Die einen langweilen sich zu Tode in ihrem Cocooning mit Hilfe von Schnaps, Shoppen und Schokolade. Die anderen ersticken an ihrer Chancenlosigkeit, Armut und Hoffnungslosigkeit. Das Shoppen lassen die aus, auch wenn die Ausstattung mit Flachbildfernsehr und Smartphone irgendwie immer möglich ist. Bei den Drogen und dem Schnaps langen sie aber gleichermaßen zu. Von Schokolade und Burgern ganz zu schweigen. Und dann fallen sie allesamt in ein schwarzes Loch. Und dann kommt die Angst und Panik. Vom Doktor gibt es dann diese Pillen, selbstverständlich ganz ohne Nebenwirkungen. Bis auf eventuelle quälende Selbstmordgedanken, dramatische Gewichtszunahme, geistige Trägheit bis hin zur Verdummung und die Steigerung der Unfähigkeit mit Beruf und Alltag fertig zu werden.
Es sind diese Leben ohne Passion und Leidenschaft, ohne für ein Ziel und einen Traum zu glühen, die in die Dunkelheit führen. Es sind Leben, in denen verlernt wurde, auf den anderen, den Nachbarn zu schauen. Gemeinsinn? Was soll das denn sein? Was geht es uns an - so scheint es. Aber: Wer keine Freunde (und innen!) hat, wird krank. Wer schaut, mit allem allein und selbst fertigzuwerden, wird eines Tages von der Angst gefressen werden. Wer anderen nichts Gutes tut, wird selbst in der schlimmsten Einsamkeit verkümmern. Dies sind die eigentlichen Ursachen von Depression und Angst. Dass keine Hände da sind, die einem gereicht werden. Und man vergessen hat, dass man selbst ja auch noch über ein Paar Hände verfügt, die man reichen könnte. Ich erlebe immer wieder, dass Menschen es nicht für möglich halten, dass ihnen etwas Gutes gegeben wird, ohne dass eine Gegenleistung verlangt wird. Einfach so. (Unter uns: Die Gegenleistung besteht darin, dass es unglaublich glücklich macht, anderen Gutes zu tun). Ist denn ein Leben ohne kleinliche Aufrechnerei nicht mehr möglich? Ebenso geizig scheinen die neuen, die jungen Generationen mit ihren eigenen Träumen zu sein. Zugegeben, ich kann mir vorstellen, wie öd es sein muss, wenn schon die Großeltern auf Stones-Konzerten herumhingen und die Eltern früher mal coole Punks waren. Vielleicht bleibt da nur die Flucht in die Spießigkeit und die verlängerte Kindheit im HipHop. Aber Träume, ich meine echte Träume, nicht solche, in denen man plötzlich als Superstar entdeckt wird, Träume führen einen in eine Welt der Kühnheit und des Mutes, lassen einen Verbündete suchen und aufbrechen. Wohin auch immer.
20. Dezember 2011
Schenkt Stille
Selten ist es so unweihnachtlich zugegangen auf dem Schlangenberg wie heuer. Mir ist überhaupt nicht nach Advent samt Keksen, Kranz und was weiß ich noch. Dass wir am Heiligen Abend in der neuen Wohnung der Tochter zu Gast sein werden, kommt mir auch sehr zurecht. Nichts von Baum und Kugeln, Geschenkpapier und bunten Bändern will ich um mich haben. Was ich hier oben habe, geradezu im Überfluss ist Stille (vorausgesetzt die Hunde bellen nicht). Wohltuend. Ich höre zur Zeit kein Radio, also auch kein süßliches Weihnachtsmusik-Gedudel. Ich habe heuer nicht ein einziges Mal "Last Christmas" hören müssen! Ich genieße diese unglaublichen, gewaltigen Sonnenuntergänge über der Koralpe (sonst sind ja eher die Sonnenaufgänge meine Augenweide) und stöbere in Horoskopen und Textdateien, schreibe und bastele mein Jahresprogramm für 2012 zusammen und tanke Energien. Falls wer noch einen Geschenktipp braucht: Leute, schenkt Stille. Ist nicht ganz einfach. Muss man aushalten können. Aber - unvergleichlich gut. Eine Kraftquelle. Ein Gesundbrunnen.
5. November 2011
Seelenarbeit und Seelenpflege
Im Laufe unseres Lebens geraten wir immer wieder in Situationen, die uns viel abverlangen. Vielleicht verlässt uns unser Partner. Oder wir verlieren unseren Job. Oder wir werden krank. Kann sein, dass ein Kind geboren wird. Oder die Kinder gehen aus dem Haus, die Pensionierung steht an. Was immer es auch ist, es ist die Zeit, in der wir Seelenarbeit leisten sollten.
Seelenarbeit bedeutet, sich um das eigene Innenleben zu kümmern, also um den Bereich, in dem es um unsere Gedanken, Gefühle, Wünsche, Erinnerungen, Instinkte, Triebe und Absichten geht. Der Zustand unserer Seele entscheidet darüber, ob wir das Leben kraftvoll und zuversichtlich meistern oder uns durch das Leben bewegen als wären wir mit angezogener Handbremse unterwegs.
Die Zeiten, in denen uns das Leben aus den gewohnten Bahnen reißt, uns herausfordert und zwingt, bewusster als üblich zu werden, sind die Zeiten, in denen wir seelisch wachsen und reifen.
Das bleibt niemandem erspart, denn wir alle müssen reifen. Dennoch hofft man immer wieder, sich entziehen zu können, denn es ist zugegebenermaßen unbequem, sich der Notwendigkeit von Veränderungen zu stellen und sich darüber hinaus auch noch in die Katakomben der Seele hinab zu begeben. Darum verdrängt der Mensch; er lenkt sich ab, schaut weg, betäubt sich und flüchtet auch sonst auf vielerlei Weise. Es kann schon sein, dass dadurch der Eindruck entsteht, man brauche diese Zeiten nur zu übertauchen, und dann ginge alles ruhig und wie gewohnt weiter. Aber die Seele leidet weiter, der Körper vergisst nichts, und das Leben macht niemals Ferien und fordert die Reifung der Seele ein. Und wir entfernen uns immer weiter vom Wohlergehen ohne zu wissen warum. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Das gilt auch für die Seelenarbeit.
Ich kann die Zeiten des Innehaltens und der Beschäftigung mit den eigenen Gefühlen und Gedanken nur empfehlen. Betreiben Sie Seelenhygiene so regelmäßig wie Körperpflege! Sie werden mit Lebensfreude und mehr Harmonie im Leben belohnt.
Die Art und Weise, wie wir das tun können, ist vielfältig. In den vergangenen 30 Jahren wurden zahlreiche Methoden entwickelt, um zu einem harmonischen und balancierten Innenleben zu kommen.
Eine dieser Methoden ist das Schlangenberg Heilmodell mit den Schlangenberg-Essenzen, die mit ihren feinen Schwingungen in Resonanz mit Ihrem Innenleben gehen.
Sie können helfen, sich selbst zu verstehen und mitten im Leben stehend, Seelenarbeit zu leisten, die uns das Geschenk des bewussten Glücklichseins schenkt.
50 verschiedene Blüten sind 50 verschiedene Wege, Seelenarbeit zu betreiben, denn jeder Mensch ist anders und benötigt andere Impulse, um sein Innenleben lebendig zu halten. Zwar werden wir alle durch dieselben Lebensprozesse geschickt, aber die Einmaligkeit jedes einzelnen Menschen verlangt einmalige Hilfen auf unserem Weg durch die andauernde Wandlung.
30.Oktober
Das Elend mit den Psychopharmaka
Ich gebe es zu, ich verliere nicht gern. Habe aber gelernt, Haltung zu bewahren, denn meist ist es nicht annähernd so wichtig wie man im Augenblick des Verlierens meint. Aber in einem Punkt verliere ich nicht nur nicht gern, sondern es packt mich der heilige Zorn. Und zwar immer dann, wenn ich eine Klientin an die Pharmaindustrie und die ihr dienenden Ärzte verliere. Zugegeben, nicht jeder Arzt ist in Seelendingen von äußerst begrenzter Intelligenz, aber es sind erstaunlich viele, die so dumm sind, ihr begrenztes Wissen für einen echten Maßstab zu halten.
Ich habe wieder einmal eine Klientin mit Angstanfällen an einen Arzt verloren, der glaubt, man könnte Angststörungen und Panikattacken mit Psychopharmaka heilen. Der neueste Schrei, schon seit ein paar Jahren sind die so genannten Serotonin-Wiederaufnahmehemmer. Angeblich fast ohne Nebenwirkungen. Außer dass sie zwanghafte Selbstmordgedanken auslösen können zum Beispiel. Sie machen nicht süchtig, nur darf man sie nicht sofort absetzen, sondern muss sich aus der Medikation "herausschleichen", also mit dem schrittweisen Abbau der Einnahme dieser Medikamente vorgehen, sonst kommt es zu - na? was? Angstanfällen, Schlaflosigkeiten, Zwangsgedanken. Das ist natürlich kein Entzug eines abhängig machenden Mittels, auch wenn es eindeutig diese Wirkung hat. Ein befreundeter Arzt, den ich fragte, wie meine Klientin denn fachkundig durch den Ausstieg begleitet werden kann, da ich das weder kann noch darf, meinte, sie solle es ruhig mal ein halbes Jahr nehmen, damit sie wieder für eine Weile angstfrei sei. Nur, dass meine Klientin trotz Einnahme der Wiederaufnahmehemmer keinesfalls angstfrei wurde, und zu allem Überfluss auch noch nach ca. vier Wochen Einnahme zwanghafte Gedanken zum Selbstmord entwickelte. Auf ihre Bitten an den behandelnden Neurologen, das Medikament absetzen zu wollen, bekam er einen Wutanfall und schrie: er lasse sich seine Medizin nicht schlecht machen. Das schien wohl die Hauptsache für ihn zu sein. Von den wahren Ursachen der Angst und von der Kunst, sie ohne jede medikamentöse Behandlung ein für allemal aufzulösen, hat dieser Arzt nicht die geringste Ahnung. Der von mir zu Rate gezogene befreundete Arzt auch nicht. Aber sie erheben den Anspruch, dass sie es sind, die für so einen Menschen zuständig sind. Das ist so, als ob man einen Blinden in das Cockpit eines Düsenjets setzen würde. Meine Klientin sagte mir, ich würde gar nicht ahnen, wie viele Leute in meiner Umgebung "Nerventabletten" wie sie es nannte, verschrieben bekommen. Ich ahne es, denn immer wieder höre ich, dass sich hier oder dort, im Nebendorf oder jenseits des Hügels wieder einmal jemand aus unerklärlichen Gründen am Dachboden erhängt hat. Die Familie fällt meist aus allen Wolken, weil die Person niemals Suizidgedanken entwickelt hatte, aber oft, weil er oder sie so schlechte Nerven hatte (wie man es gern formuliert) vom Doktor Nerventabletten verschrieben bekommen hat. Sie hätten aber nicht geholfen. Wie man sieht. Aber sie werden weiter verschrieben. Die Gründe haben nichts mit den Patienten zu tun, aber alles mit dem Bankkonto des Doktors.
Ich habe diese Klientin verloren. Sie hält die Spannung zwischen meiner Methode und der Behandlung ihres Neurologen nicht aus. Das kann ich verstehen. Ist es doch genau diese Art der Falle, die letztlich die Ursache für Angststörungen ist. Ihre Angst hat sie weiterhin. Die seltsamen Gedanken an Selbstmord auch. Ich wünsche ihr alle Kraft der Welt, trotz ihres Arztes wieder gesund zu werden.
2. Oktober 2011
Mobbing und die Spiegelneuronen
Dass Mobbing ein böses soziales Gift ist, das Menschen sogar töten kann, ist allgemein bekannt. Dass Mobbing noch nicht annähernd so bekämpft wird, wie es eigentlich notwendig wäre, wundert mich ohne Ende. Es liegt vielleicht daran, dass unsere Gesellschaft in dieser Hinsicht kein Unrechtsbewusstsein entwickelt hat, weil es allgemein nicht als ein Verbrechen eingestuft wird, was es in Wahrheit jedoch ist. Wir sind auf dem Gebiet der Aggressionen Blinde und Unwissende. Wir haben nicht gelernt, mit unseren Aggressionen umzugehen und darum können es unsere Kinder auch nicht. Dabei wäre es so einfach, etwas Wirksames dagegen zu tun.
Alle Lebewesen haben in ihrem Gehirn Nervenzellen, die die soziale Intelligenz entwickeln, sogenannte Spiegelneuronen. Sie heißen deshalb so, weil sie uns mitfühlend machen. Spiegelneuronen werden aktiv, wenn wir sehen, wie eine andere Person etwas tut oder erleidet. Drum gähnen wir, wenn wer gähnt und zucken zusammen, wenn wir sehen, wie sich jemand in den Finger schneidet. Spiegelneuronen sind verantwortlich, dass wir Mimik und Gestik von Mensch und Tier erkennen und richtig deuten. Sie werden aktiviert, wenn wir Blickkontakt zu anderen Wesen herstellen und sorgen dafür, dass wir durch Nachahmung lernen. Bei autistischen Menschen sind sie verkümmert oder können auf irgend eine Weise ihre Arbeit nicht tun. Und Mobbing ist deshalb eine so tödliche Waffe, weil es dem betroffenen Opfer jegliche Möglichkeit der Spiegelung verwehrt. Ohne diese aber sind wir wie aus der Welt herausgefallen. Ich habe Herbst/ Winter 2011/2012 diesem Thema gewidmet. Es ist an der Zeit, dem Mobbing den ganz offiziellen Kampf anzusagen.
20. September 2011
Bleib Xund
Das kann man nur jedem wünschen: gesund bleiben. Das ist gar nicht so einfach zu erreichen. Bei dem, was wir heutzutage in unseren Nahrungs- und Lebensmitteln finden, ist es ein Wunder, dass die Krankenhäuser nicht noch voller sind. Und von dem, was wir bedauerlicherweise nicht mehr darin finden, hängt es oft ab, gesund zu bleiben. Ich teste Nahrungsmittelverträglichkeiten aus und erstelle auch eine individuelle Liste der Vitalstoffe, die eventuell fehlen. Vitamine, Mineralstoffe, Aminosäuren etc. Einfach anrufen und Termin ausmachen.
3. September 2011
Panikattacken
Sie sind verbreiteter als wir ahnen: Angstanfälle, Panikattacken, Angstzustände, frei flutende Angst. Die Bezeichnungen sind zahlreich für diesen quälenden Zustand. Die Behandlungen, die allgemein angewendet werden, wenig erfolgreich. Es gibt Menschen, die ein halbes Leben darunter leiden und sich immer tiefer in die Folgen ihrer Vermeidungsstrategien verstricken. Eine meiner Klientinnen sagte vergangene Woche: Es ist die Hölle. Und ich weiß, dass sie recht hat, denn ich habe vor mehr als zwanzig Jahren auch darunter gelitten. Seit damals habe ich mich intensiv damit auseinandergesetzt, was helfen kann und wie man aus dieser Hölle wieder herauskommt. Eines war mir von Anfang an klar: die schnell vom ahnungslosen Allgemeinmediziner oder vom vermeintlich wissenden Neurologen verabreichten Psychopharmaka sind sinnlos. Sie sind lediglich Ausdruck der Hilflosigkeit der behandelnden Ärzte und das sichere Ticket für den Weg in die nächste Hölle. Was hilft, ist das Gegenteil von dem, was die betroffene Person sich in diesen Augenblicken der grässlichsten Todesangst wünscht, nämlich der bewusste Gang IN die Angst und nicht etwa weg von ihr. Die Angst will uns etwas erzählen. Sie ist Botin des Unterbewusstseins, das keinen anderen Weg mehr kennt, um sich unserem Bewusstsein bemerkbar zu machen. Natürlich muss es Begleitung geben auf dem Weg in die Angst hinein. Wissende, sichere Begleitung, um zu lernen, die Botschaften der Angst zu entschlüsseln.
Die Frage ist nun, was es denn sein kann, dass die Angst uns mitteilen will. Das ist natürlich für jede betroffene Person etwas anderes. Gemeinam ist den Botschaften jedoch eins: sie kündigen Zeiten großer Veränderung an. Das können äußerliche Veränderungen sein. Zum Beispiel das Ende einer Beziehung oder der dringend notwendige Jobwechsel, manchmal sogar Berufswechsel. Oder es sind Veränderungen der persönlichen Identität, die Auflösung des bisherigen Glaubenssystems und die Öffnung in andere, bessere Wirklichkeiten. Ich benutze meine SchlangenbergEssenzen, um den Botschaften der Angst näherzukommen. Ebenso wie ich die Ernährungsgewohnheiten genau unter die Lupe nehme, denn Essen beeinflusst die seelische Befindlichkeit enorm. Hilfreich ist, mit einer von mir ausgearbeiteten Fastenkur zu starten, die den Organismus dazu bringt, auf den Hungerstoffwechsel umzusteigen ohne zu hungern. Und als Drittes hilft körperliche Bewegung. Und dann kann die Reise losgehen. Die Reise durch die Angst hindurch in die Freiheit.
21. Juli 2011
Glutamat - allgegenwärtig und tödlich
Geschmacksverstärker finden wir beileibe nicht nur, wenn wir zum Chinesen essen gehen. Das Zeug ist überall drin. In allen Fertiggerichten sowieso, aber auch in praktisch jeder Wurst, ob sie nun an der Fleischtheke gekauft wird oder fertig abgepackt aus dem Regal genommen. Wenn Nahrungsmittel auf irgendeine Weise industriell verarbeitet werden, ist Glutamat drin. Glutamat ist eine hochgefährliche Sache. Man weiß, dass bei allen Erkrankungen des Gehirns, vor allem aber Parkinson und Alzheimer Glutamat eine wichtige Rolle spielt. Offenbar ist es der Stoff, der es schafft, dass die so genannte Blut-Hirn-Schranke überwunden werden kann. Normalerweise gelangen Stoffe, die es bis in den Blutkreislauf schaffen, nicht bis in unser Hirn. Dazwischen gibt es eine natürliche Schranke. Wird diese überwunden, kann es zu tödlichen Erkrankungen führen. Und nun scheint es, als ob Glutamat einer der bösen Transporteure ist. Also Hände weg von diesem Zeug. Wer glutamatfrei essen will, sollte alle Fertigprodukte, aber auch wirklich alle meiden. Ganz gleich, was auf der Packung steht. Denn die Industrie hat inzwischen bemerkt, dass die Leute Nahrung mit Glutamat stehen lassen und darum vermehrt nach Lebensmitteln greifen, auf denen steht: Frei von Geschmacksverstärkern. Schaut man genauer hin, liest man beispielsweise: Hefeflocken oder Hefeextrakt. Oder es steht E und Nummer. Sie werben auch noch großartig damit, dass es frei ist von Geschmacksverstärkern. Aber das böse Glutamat ist trotzdem drin. Und heißt jetzt Hefeextrakt. Oder E und Nummer. Wir müssen uns daran gewöhnen, dass wir unser Essen von Betrügern kaufen. Misstrauen ist angebracht.
30. Juni 2011
Nahrung als Medizin
Seit einiger Zeit mache ich die Entdeckung, dass Kohlenhydrate vor allem aus Weizen (Brot, Nudeln!) und Kartoffeln in engem Zusammenhang mit Depressionen und Angstzuständen stehen. Vor allem Zucker, also Sacharose ist der Feind. Sie sind sicher keine Verursacher wie ein Trauma oder andere Dinge, aber sie verhindern, dass sich Depressionen lösen und irrationale Angst verschwindet. Nun habe ich gelesen, dass sie auch Krebs förderlich sind. Auch hier gilt, Stärke und Zucker sind nicht die Täter, aber sie füttern die energiehungrigen Krebszellen vortrefflich.
10. Juni 2011
Dickmacher 1: Lärm
Wissenschaftler der University of Manchester fanden heraus: Lärm macht dick. Denn je größer der Geräuschpegel während des Essens ist, umso fader schmecken die Speisen. In der Folge würzt man mehr nach und greift auch häufiger zu. Bei Stille genießt es sich leichter, ein befriedigendes Sattgefühl setzt schneller ein und man isst automatisch weniger.
Dickmacher 2: Fernsehen
Bei Stress und Aufregung greift man gern zu salzigen oder fettigen Snacks. Das fällt vor allem beim Fernsehen auf – nachweislich kompensiert man spannende oder emotionale Filme gern durch Chips & Co. Als Gegenstrategie hilft nur Disziplin. Bei Kindern wirkt Fernsehen sogar noch extremer, speziell die TV-Werbung: US-Wissenschaftler fanden heraus, dass das Fernsehverhalten bei Kindern in direktem Zusammenhang mit ihrem Gewicht steht. Kinder, die mehr DVDs schauten, waren schlanker als Kinder, die Sendungen mit Werbeunterbrechungen ansahen – denn 95 Prozent der im TV beworbenen Lebensmittel seien ungesund und machen Lust auf Süßes, so die Forscher.
Dickmacher 3: Solo-Essen
Die Franzosen machen es vor und zelebrieren Mahlzeiten gern im großen Freundes- oder Familienkreis. Rund 15 Prozent der Mahlzeiten werden in Frankreich in größerer Runde eingenommen. Und darüber freut sich nicht zuletzt auch die Figur. Wissenschaftler des Zentrums für die Erforschung von Lebensgewohnheiten (CREDOC) fanden heraus: Wer Essen nicht als Muss sondern als schönes gesellschaftliches Ereignis ansieht, wird nicht so schnell dick. Denn beim gemeinschaftlichen Essen steht meist der Austausch und der Genuss im Vordergrund, man isst tendenziell weniger und bedachter.
Dickmacher 4: Geschäftsreisen
Geschäftsreisen machen dick. Das fanden amerikanische Forscher der Columbia University heraus. Genauer: Wer mehr als zwei Wochen pro Monat geschäftlich auf Reisen ist, erhöht sein Risiko für Übergewicht und hat im Schnitt einen Body-Mass-Index von 27,5. Wer hingegen nur ein bis sechs Nächte pro Monat geschäftlich unterwegs ist, liegt mit einem Durchschnitts-BMI von 26,1 deutlich darunter.
Dickmacher 5: Kurze Nächte
Schlafmangel ist ein echter Figurkiller. Das belegen mehrere Studien. Wer mindestens sieben bis acht Stunden pro Nacht schläft, ist im Vergleich schlanker als ein Kurzschläfer. Nachts laufen die Regenerierungsprozesse im Körper auf Hochtouren – die Energie dafür kommt direkt aus den Fettzellen, zudem arbeiten Wachstumshormone an der Fettverbrennung. Wer über längere Zeit zu wenig schläft, bringt den fein abgestimmten Programmablauf im Körper durcheinander. In der Folge sinkt der Wert vom Sättigungshormon Ghrelin, das Hungergefühl wird angeregt. Bereits nach einer Woche ohne ausreichend Schlaf steigt die Lust auf Süßes und kohlenhydratreiche Dickmacher wie Pizza nachweislich um fast 50 Prozent.
Dickmacher 6: Fruchtzucker
Fruchtzucker (Fruktose) macht mindestens genau so dick wie normaler Haushaltszucker. Studien belegen sogar, dass Fruchtzucker Übergewicht gar mehr fördert als es andere Zucker tun. Denn Fruktose wirkt gezielt auf Gehirnareale, die den Appetit regulieren und kann zu ungezügeltem Essen führen. Experten raten deshalb von einem zu hohen Fruchtzucker-Konsum ab.
Dickmacher 7: Stress
Auch wenn immer wieder behauptet wird, dass Stress schlank macht: das Gegenteil ist der Fall. Wer Stress hat, nimmt besonders schnell zu. Das zeigen mehrere Studien. Denn bei Stress wird verstärkt das Hormon Cortisol ausgeschüttet. Es verlangsamt den Fettabbau und begünstigt die Bildung von Fettgewebe im Bauchbereich.
8. Juni 2011
Ich esse viel Obst und Gemüse - auch jetzt
Wieder einmal erfahren wir, wie verwundbar und zerbrechlich Leben in der Massengesellschaft des Westens ist. Immer wieder sind wir Ereignissen ausgesetzt, die der einzelne Mensch in seinen Auswirkungen beim besten Willen nicht einschätzen kann. Alles ist möglich, dass man das Opfer gesteuerter Taktik und Intrigen ist, Opfer von Bio-Anschlägen oder Opfer von ein paar schmuddeligen Vollidioten, die nicht wissen, dass man sich die Hände wäscht, wenn man vom Klo kommt. Wir benutzen Tampons, die mit Dioxin gebleicht wurden und windeln unsere Kleinen mit ebenso vergifteten Produkten. Wir essen Sägespäne mit Schokolade- und Erdbeergeschmack und haben offenbar nicht die geringste Ahnung, dass unsere schweren Depressionen und Angstzustände etwas mit der Menge an Zucker und Stärke zu tun haben, die wir täglich zu uns nehmen. Ich lese in der Zeitung, dass bei uns in der Steiermark der Verkauf an Gemüse zusammengebrochen ist, weil in Norddeutschland eine unheimliche Seuche Menschen krank macht. Gestern habe ich alles Gemüse um den halben Preis bekommen. Ich habe gut und reichlich eingekauft. Dass auch ich nicht frei von der Angstmache bin, sehe ich daran, dass ich alles Gemüse und Obst länger und gründlicher wasche, bevor ich es verarbeite und esse. Aber ich esse es! Was für eine sinnlose Hysterie. Wäre ich in Hamburg oder in den Regionen, in denen die Ansteckung offenbar weitergeht, würde ich vor allem auf Hygiene achten und das nicht zu knapp. Denn das weiß man nun inzwischen, dass die Weitergabe des Keims vor allem über die Hände weitergeht und nicht über Tomate, Gurke und Salat. Ich glaube kaum, dass irgendein Produzent oder irgendein Händler noch ungeprüfte Ware verkauft. Leute, esst Obst und Gemüse. Bleibt gesund. Auch im Kopf.
30. Mai 2011
Totes Herz - Herz aus Eis
Im vergangenen Frühjahr habe ich dreimal in Graz ein Kurzseminar halten dürfen, das den Titel "Totes Herz - ich will mein Leben zurück" trug. Es richtete sich an Menschen, die mit einem psychopathischen Partner/in liiert waren beziehungsweise sind. Oder in einem Arbeitsverhältnis oder verwandtschaftlichen Verhältnis zu solchen Personen standen oder stehen. Ich darf sagen, dass es für alle Beteiligten von großer Bedeutung war, daran teilgenommen zu haben. Unter dem Sammelbegriff Psychopath sind Menschen zu verstehen, die unter einer besonderen Persönlichkeitsstörung leiden, weshalb sie unfähig sind, Mitgefühl zu entwickeln. Sie kennen weder Reue noch Moral und Einsicht in ihr Tun ist ihnen wesensfremd. Ungefähr 4 bis 6 % einer Bevölkerung hat eine solche Persönlichkeitsstörung entwickelt oder kam mit ihr bereits auf die Welt beziehungsweise ist durch einen unerkannten Hirnschaden davon betroffen.
Es bestand der dringende Wunsch, diese Seminarreihe fortzusetzen.
Diesem Wunsch möchte ich ab dem Herbst entsprechen. Die kommende Seminarreihe wird den Titel "Herz aus Eis - Borderline-Mütter und ihre Kinder" tragen. Es geht darum, zu erfahren, wie Mütter mit Persönlichkeitsstörungen dafür sorgen, dass das Leben ihrer Kinder schiefgeht. Ein wichtiges Thema, ein großes Tabu und dringend notwendig.
Weil ich mich aus gesundheitlichen Gründen vorerst nicht mehr dem Stress der vielen Reisen aussetzen darf, findet diese Seminarreihe im Schlangenberg-Zentrum in der Südoststeiermark statt.
Die Termine: Samstag 10. September, Samstag 8 Oktober und Samstag 11. November 2011, 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr
Teilnahmegebühr 150,-- Euro pro Person ohne Verpflegung und Übernachtung
19. Mai 2011
Nichtessen macht glücklich
Ich habe vor geraumer Zeit angefangen, KlientInnen, die aus den unterschiedlichsten Gründen in die Essenzentherapie gingen, eine parallele Fastenkur vorzuschlagen. Dabei habe ich mich anfangs an den üblichen klassischen Fastenkuren orientiert, aber dann habe ich eine eigene ausgearbeitet, die es möglich macht, den Verzicht zu praktizieren, weil man zu keiner Zeit ein Hungergefühl entwickelt. Hungern ist sehr unangenehm und macht den Stoffwechsel misstrauisch, der sofort auf "Notprogramm" herunterschaltet und mit immer weniger Kalorien auskommt, weshalb nach Beendigung des Fastens meist eine dramatische Gewichtszunahme zu verzeichnen ist.
Ziel dieser Empfehlung ist, Erfahrungen der Befreiung und Leichtigkeit zu machen, die der Verzicht von Alkohol, Zigaretten, Kaffee, Fleisch, Fett, Milchprodukten und vor allem Zucker in jeder Form mit sich bringen. Dass man dabei ein paar Kilos verliert, ist ein angenehmer Nebeneffekt. Nun habe ich mittlerweile eine interessante Erfahrung gemacht, die es mir wert erscheint, veröffentlicht zu werden.
Ich habe eine Klientin, die Zeit ihres Lebens an schweren Depressionen leidet. Sie hat niemals Psychopharmaka genommen, aber sie war die vergangenen zehn Jahre deshalb in Therapie. In dieser Therapie hat sie immerhin gelernt, mit ihrer Depression einigermaßen umzugehen. Aber diese Zustände der tiefen Verzweiflung, begleitet von großen Angstempfindungen, konnten nie aufgelöst werden.
Nun hat diese Klientin insgesamt dreimal an einer meiner Fastenkuren teilgenommen. Auffallend war, dass jedes Mal zu Beginn der Fastenkur Angst und Depression verstärkt auftraten, so dass sie jedes Mal erwogen hat, das Fasten abzubrechen. Wenn sie dann in der zweiten Phase, in der der Verzicht nicht mehr schwerfällt angekommen war, verschwanden ihre seelischen Verstimmungen zur Gänze, um nach dem Ende der Fastenkur allmählich wieder aufzutauchen.
Nach dem Ende der letzten Fastenkur habe ich ihr vorgeschlagen, auf einige der von ihr in den normalen Zeiten gern und reichlich konsumierten Nahrungs- und Genussmittel zu verzichten. Welche es waren, habe ich mit Hilfe des kinesiologischen Armlängentests getestet. Seither verzichtet sie vor allem auf Zucker, stärkehaltige Lebensmittel wie Getreide, Kartoffeln und Reis. Auch den Kaffee lässt sie weg. Zu unser aller Erstaunen und Freude hat sie keine Depressionen und keine Angstzustände mehr. Nicht einmal dann, wenn sie sich in Situationen begibt, die bisher sichere Auslöser dieser Zustände waren. Es erfordert viel Verzicht für sie. Kein Kuchen, keine Nudeln und auch nicht der so anregende und von ihr heiß geliebte Kaffee. Aber sie fühlt sich reich belohnt durch ein ausgeglichenes Gefühlsleben, das weit entfernt von den dunklen Zuständen ist, die sie ihr Leben lang gequält haben.
Welche Schlüsse kann man aus diesem Fall ziehen? Nun zumindest kann man es für wahrscheinlich halten, dass Nahrungsmittel einen Einfluss auf unser Gemütsleben haben. Ganz sicher kann man nicht sagen, dass, wer Depressionen hat, stärkehaltige Lebensmittel und Kaffee meiden soll, um sich wieder froh und lebendig zu fühlen. Es kann im einen Fall eine Hilfe sein, in einem anderen nicht. Es ist auch möglich, dass es in einem anderen Fall ganz andere Nahrungsmittel sind, die zu einem ausgeglichenen Gefühlsleben führen können. Es ist also sinnvoll, individuelle Austestungen vorzunehmen.
17. Mai 2011
Ausbildung die zweite
Vergangenes Wochenende war der zweite Kurs der diesjährigen Ausbildung zur systemischen prozessorientierten Essenzentherapie - eine zugegebenermaßen etwas sperrige Bezeichnung für meine Methode der Seelenarbeit. Es hat immer etwas von Bilanz ziehen, wenn ich zu vermitteln versuche, wie Begleitung von Seelenarbeit gelingen kann. Das tut mir gut, denn jede Art von reflektiertem Rückblick ist ein Stück Befreiung von der Vergangenheit, so dass man offen für die neuen Dinge der Zukunft wird. Und den Teilnehmerinnen der Ausbildung schenkt es die Fülle von 20 Jahren Intensiverfahrung, wobei ich immer damit kämpfe, alles Wissen und Können in die knappe Zeit packen zu müssen.
Es hat Spaß gemacht, es war wunderbar. Einige von ihnen sehe ich am kommenden Wochenende wieder, wenn ich darlegen darf, was genau Magie ist und was sie in der therapeutischen Arbeit bedeutet.
7. Mai 2011
Pflanzenheilkunde
Wir stellen sie so gern in Gegensatz zur Pharmakologie, also den industriell gefertigten chemischen Mitteln der Schulmedizin. Aber ich meine, sie ist einfach auch Heilkunde. Kein Gegensatz, keine Ergänzung. Eigentlich nicht einmal eine völlig andere Auch-Heilkunde. Wenn ich einen Wespenstich damit "heile", indem ich frische Holunderblätter zerreibe und mindestens eine halbe Stunde auf die Einstichstelle presse, dann ist das sofortige Abklingen des Schmerzes und die Verhinderung der Schwellung ebenso ein biochemischer Prozess als wenn ich bei Kopfweh zwei Aspirin nehme, dessen Inhaltsstoff, nämlich Salicylsäure ebenso aus der Natur stammt. Es kommt zum Beispiel reichlich in der Ringelblume vor. In der Pflanzenheilkunde werden immer nur ganze Pflanzen oder Pflanzenteile (Blüten, Blätter, Samen, Rinden, Wurzeln) verwendet. Diese werden in der Pharmazie übrigens Drogen genannt. Sie werden nicht zu Arzneimitteln verarbeitet, sondern frisch, als Aufguss, Aufkochung, Saft, Tinktur, Extrakt, Pulver oder ätherisches Öl angewendet. Es macht einen großen Unterschied, ob eine Heilpflanze irgendwo gesammelt oder angebaut wurde oder ob es sowohl ein besonderer Platz ist, von dem sie stammt und eine besondere Zeit war, zu der sie gepflückt wurde. Auch die Lagerung und der Herstellungsprozess sind von großer Bedeutung, ebenso wie die charakterliche Haltung derjenigen, die sie verarbeiten. Wer missmutig, angstvoll oder gelangweilt ist, während er/sie die Pflanze verarbeitet, wird all dies der Pflanzenwirkung hinzutun. Es lohnt sich also, sich darum zu kümmern, woher eine Heilpflanze stammt und wer sie verarbeitet hat.
24. April 2011
Im Leben stehen
Das Leben fordert uns unerbittlich in die Entwicklung unserer Seele und unseres Geistes. Je bewusster wir uns der Entwicklung zuwenden, umso besser wird unsere Lebensqualität. Denn diese wird vor allem davon bestimmt, wie sehr wir einen Sinn im Leben finden. Glück und Wohlbefinden sind weitaus mehr davon abhängig, wie sehr wir unserem Sein und Tun einen Sinn abgewinnen können als von materiellem Wohlstand und hedonistischem Genuss.
Wir können uns dieser Entwicklung nur zuwenden und sie dann geschehen lassen. Wir können sie nicht machen oder bewusst herstellen.
19. April 2011
Vorleben
Wir müssen, was unsere Ansichten über die Gefährdung von Leben angeht, unseren Horizont erweitern. Leben, das körperlich in Gefahr ist, kann von der Schulmedizin gerettet werden. In bestimmten Fällen und Situationen kann dies auch die alternative Medizin.
Die Seele kann jedoch ebenso gefährdet sein. Und da ist die Schulmedizin ganz und gar nicht gefragt. Sie ist sogar, sofern es sich um körperliche Krankheiten handelt, die ihren Ursprung in den Leiden der Seele haben, noch ein dummer Lehrling, denn sie kennt keine Methoden, die Seele zu heilen. Man kann an seelischem Leid in der Tat sterben.
Unsere Gesellschaft lässt noch immer recht wenig an Erkenntnissen in dieser Hinsicht zu. Die meisten Selbstmorde könnten verhindert werden, wenn wir psychische Gewalt und ihre Täter genau so unter Strafe stellen würden wie Schläger, Vergewaltiger, Totschläger und Mörder. Viel unnötiges Leid bliebe vielen erspart, wenn wir der seelischen Gesundheit und Unversehrtheit genau so viel Aufmerksamkeit schenken würden wie der körperlichen.
Ich glaube zwar nicht daran, dass es möglich oder gar sinnvoll ist, eine Welt frei von leid und Elend erschaffen zu können, denn ich meine, dass wir uns auf Erden in einem riesigen intertalaktischen Schulzimmer befinden und alles Schwere, aller Schmerz, alles Leid zur Schulausstattung gehören und dazu dienen, zu lernen. Aber wir lehren dieses Lernen nicht. Bei uns kann man Respekt, Achtung, Anstand, Liebe und Mitgefühl nicht lernen. Nur wenige Eltern können das lehren; noch weniger LehrerInnen haben die Fähigkeit dazu; die ganze Maschinerie sozialer Institutionen ist besetzt von Menschen, die sich ihrer eigenen dürftigen seelischen Ausstattung nicht einmal bewusst sind, wie also sollen sie ihren Schutzbefohlenen in dieser Hinsicht auch nur irgendetwas zuteil werden lassen. Wahrhaftigkeit müsste von den Eltern vorgelebt werden, aber wenn sie selbst nicht so leben, wird kein Kind ihnen glauben, wenn die Eltern ihnen etwas von achtungsvollem Umgang erzählen.
Aus: "....denn wie ein wilder Garten ist die Seele"