Denk mal!


In dieser Rubrik finden sich Gedanken, Notizen, Artikel und Beiträge zu relevanten Themen in unregelmäßigen Abständen.

 

11. Februar 2012

 

Annehmen? Was ist das?

 

Mein Artikel über die Ahnen und unsere Verbindung zu denen, von denen wir kommen, hat einige Diskussionen aufgeworfen. Diejenigen, denen viel Schmerz zugefügt wurde, die selbst abgelehnt und ungeliebt waren oder werden, fragen natürlich, ob sie etwa verzeihen sollen? Die Antwort ist nein. Es geht nicht ums Verzeihen, sondern ums Annehmen. Ums wahrnehmen. Oder besser gesagt für wahr nehmen. Gerade wenn jemand zu denen gehört, die aus welchen Gründen auch immer, von der eigenen Familie abgelehnt wurde, so ist es doch diese Familie, die genau so einen Menschen wie dich hervorgebracht hat. Es gibt also einen Punkt, an dem sich das Gut und Böse, das Lieben und nicht geliebt worden sein, aufheben. Wir alle sind das Ergebnis von den, on denen wir kommen, die unsere Herkunft sind. Und als solche gibt es einen Zeitpunkt, an dem wir nicht mehr urteilen, nicht mehr anklagen, nicht mehr Sehnsucht haben und nicht mehr um Liebe kämpfen oder betteln, sondern ganz einfach hinschauen, hinhören. Das Böse, das so viel Leid über Menschen bringt, hat sich auch durch meine Familie gezogen. Oder durch deine. Oder deine. Zu diesem Zeitpunkt, an dem alles urteilen aufhört, aller Kampf um Liebe und Anerkennung beendet ist, alle Vorwürfe schweigen, sagen wir dann vielleicht: du bist eine Mutter, die nicht lieben konnte. Oder du bist ein Vater, dem die ganze Familie immer gleichgültig war. Oder: Ich habe einen Urgroßvater, der so geizig war, dass er seinem Enkel nicht einmal ein Zuckerl auf dem Jahrmarkt kaufte. Oder: meine Eltern, die Menschen, die mir mein Leben geschenkt haben, haben in der Nazizeit große Schuld auf sich geladen. Noch immer kein Urteil, keine Anklage, kein Verzeihen. Es ist ein seltsamer Vorgang, wenn so ein Zeitpunkt erreicht ist und wir wagen, die Dinge, die waren, auf diese Weise zu betrachten. Nur zu betrachten. Auf einmal geht alle Last weg. Auf einmal rückt man auf genau den Platz, auf den man gehört. Er ist nicht über oder unter anderen, sondern einfach nur da. Mittendrin. Das ist ein hochemotionaler Moment. Das ist nichts, was man so einfach nebenbei macht. Nichts, was man im Kopf vorweg nehmen kann. Dazu gehören genau die speziellen homöopathischen Mittel, die den Vorgang unterstützen und die individuell ausgetesteten SchlangenbergEssenzen, die jedes einzelne Familienmitglied repräsentieren.

Warum sollten wir das tun? Warum sollten wir alle Last mit der Ursprungsfamilie auflösen, warum sollten wir die Ahnen annehmen, nehmen? Warum reicht es nicht, wenn wir die Familie Familie sein lassen und uns lossagen von diesen komplett Irren und unser eigenes Leben leben mit eigenen und besseren Regeln, mit mehr Liebe und Achtung?

Weil wir sie so nicht loswerden. Weil wir auf diese Weise nicht frei werden, selbst  wenn Ozeane zwischen ihnen und uns liegen. Denn sie sind alle noch da. Sie zu bekämpfen, sie zu leugnen, hieße, uns selbst zu bekämpfen und uns selbst zu leugnen, zumindest die Teile in uns, die daran erinnern, dass sie unsere Herkunft sind.  Das kann Kraft raubend und krank machend sein. 

 

9. Februar 2012

 

Auf ewig verbunden

 

Seit Hellinger die von Virginia Satir entwickelten Familienaufstellungen bekannt gemacht hat, glaubt jeder zu wissen, was systemisches Arbeiten ist. Ich bin ja keine Freundin dieser Manie, die aus lebendigen Wörtern leblose Bezeichnungen macht, die Professionalität signalisieren sollen. Mogelpackungen, wenn ihr mich fragt.

Systemisches Arbeiten – es heißt nichts anderes als anzuerkennen, dass wir mit unseren Ahnen auf ewig verbunden sind und ihr Sein einen erheblichen Einfluss auf unser heutiges Leben hat. Wir tragen Ihre Probleme mit uns herum, ihre Traumen sind auch unsere Traumen und ihre Vorlieben kommen uns wie eigene Vorlieben vor.

Ich habe vor kurzem erfahren, dass mein einer Großvater eine Kneipe in Hamburg auf St. Pauli hatte. Das erklärt so manches. Als ich es hörte, war es, als ob mir das Leben ein weiteres Mal das Geschenk machte, mich selbst zu verstehen. Ich habe immer wieder Gastronomen unter meinen engen Freunden und ein Restaurant, ein Beisl, was auch immer zu führen ist mir vertrautes Können, als hätte ich das schon immer gemacht. Mal ganz abgesehen davon, dass ich die geborene Gastgeberin bin, während ich als Gast nicht zu empfehlen bin. Zu zurückhaltend und so unsichtbar und rücksichtsvoll, dass ich damit allen auf die Nerven gehe. (Da kommt allerdings auch die griechische Erziehung durch). Ein Gast muss genießen können. Das kann ich nicht. Ich kann das Gastgeberin sein genießen und das als sei ich mitten in einer Weinstube geboren worden oder in einer Restaurantküche gleich neben dem Herd.

Machen wir uns keine Illusionen, sie sind alle noch da unsere Ahnen. Alle. Bis weit in graue Vorzeiten auf Erden gewandelt habende Vorfahren, deren Liebesleben dazu führte, dass eines Tages ich oder du oder die oder der da herumgeht und seine Sorgen hat. Von denen nicht wenige die Sorgen der Alten waren, die wir zu lösen versuchen, was nicht gelingen kann. Denn sie sind nicht wirklich unsere.

Die Verstrickungen einer Familie zu lösen kann eine große Befreiung sein. Dies zu tun ist die so genannte systemische Arbeit. Das, worauf es dabei ankommt, ist das Annehmen. Es ist nicht so leicht, die Eltern so zu nehmen wie sie sind. Oder die Geschwister. Oder die Großeltern. Sie anzunehmen heißt nicht, alles gutzuheißen, was sie getan oder versäumt haben. Es heißt nur, sie zu nehmen. Als ein Teil unseres eigenen Seins. Wahrnehmen. Für wahr nehmen.

Familienaufstellungen sind nur ein Weg, noch dazu ein ziemlich strapazierter, der so einfach ist, dass sich alle Nichtskönner unwiderstehlich angezogen fühlten. Ich bevorzuge eher die Arbeit mit Homöopathie, SchlangenbergEssenzen samt den dazugehörigen Karten und reine Magie. Mit all diesen Dingen muss man sich jahrelang beschäftigen, um sie hilfreich für andere anwenden zu können. Das Ergebnis ist ungemein befreiend. Es rückt zurecht, was verrückt war. Und dabei allein bleibt es nicht. Es schenkt die Möglichkeit, sich von den Ahnen helfen zu lassen. Plötzlich gelingen die richtigen Dinge und andere, an denen man sich abgemüht hat, verschwinden, lösen sich auf, befreien uns von ihnen.

Gib deinen Ahnen einen angemessenen Platz in deinem Leben. Erzähl deinen Kindern von ihnen, damit sie es leichter haben, sich selbst zu verstehen. Ihre Gaben zu erkennen. 

 

 

5. Februar 2012

 

Familienbande

 

Ich habe gestern eine Begegnung gehabt, die mich nachdenklich gemacht hat. Nach meiner Lesung in Wildon stand man noch bei Wein und Brötchen beieinander und plauderte. Irgendwann sprach mit eine Dame an und wir plauderten. Wir unterhielten uns darüber, wer wie viele Kinder hat und wo die so leben. Sie erzählte mir, dass sie verwitwet sei und ihre Tochter in das obere Stockwerk ihres Hauses übersiedelt sei. Um das Haus zu erhalten. Sie versicherte mir ausführlich, dass sie jedoch getrennte Haushalte mit unterschiedlichen Hauseingängen führten und sich manchmal wochenlang nicht zu Gesicht bekämen. Sie führten, so sagte sie, beide ein völlig unabhängiges Leben. Ich berichtete meinerseits, dass meine beiden Töchter auf dem Schlangenberg respektive unten im Dorf leben, in meiner unmittelbaren Nähe und wir durch unsere gemeinsame Arbeit recht viel miteinander zu tun hätten. Wir schieden voneinander in der Freude, ein paar erfreuliche Minuten miteinander geteilt zu haben.

Ja, und nun bin ich nachdenklich. Ihre Beteuerungen, dass die erwachsenen Kinder ein völlig unabhängiges Leben führten habe ich seit Jahrzehnten immer wieder gehört. In unserer Gesellschaft ist es ein Zeichen geistiger Gesundheit und seelischer Unversehrtheit, wenn die Kinder ein völlig eigenes Leben führen und keine allzu große Nähe zwischen Eltern und erwachsenen Kindern besteht. Ganz anders in den Kulturen, die von unserer westlichen Kultur als feindlich, fremd und unterentwickelt betrachtet werden. Da sind die Familienbande manchmal so eng, dass die Kinder daran ersticken, weil  ihnen fast keine Eigenständigkeit zugestanden wird. So ist es ja immer mit den Oppositionen, also den genau entgegen gesetzten Standpunkten. Und wie immer liegt die Wahrheit in der Mitte.

Ich komme aus einer Kultur, in der die Familie der wichtigste soziale Kitt zwischen den Menschen war. Ich lebte ein Leben, in dem meine völlige Unabhängigkeit mein höchstes Gut war. Mittlerweile habe ich beides vereint. Anders als die meisten, habe ich nicht das Problem der alten Eltern zu lösen und zu bewältigen. Ich muss niemanden pflegen. In diesem Sinne muss ich meine kostbare Unabhängigkeit nicht aufgeben. Meine Familienbande gehen von mir zu meinen Kindern. Dass wir miteinander wirtschaften und arbeiten, füreinander da sind, kein Babysitter notwendig ist, uns immer wieder gemeinsam am Esstisch zusammenfinden, alles, was die Arbeit betrifft miteinander besprechen und bei den privaten Problemen zumindest das Angebot von Gesprächen besteht, ist ein großer Luxus, den ich genieße. Wir gehen uns nicht aus dem Weg. Wir gehen den Weg in Verbundenheit. Jede geht ihren Weg. Aber in Sichtweite. Dass mein Sohn mir so fern ist, auch geographisch, schmerzt mich dabei. Ich hätte ihn gern auch dabei. Es gibt einiges zu überdenken an unserer westlichen Haltung der Trennung der Generationen. Die Alten verdienen Respekt. Die Jungen benötigen Großzügigkeit. 

 

 

26. Jänner 2012

 

Lustgarten

 

Heuer kann ich früh planen, was draußen getan werden will und muss. Der milde Winter erlaubt es. Solche mediterran behauchten Winter gab es früher, vor zwanzig Jahren, als ich hierher in die Südoststeiermark zog, öfter. Nachts Frost, tags Sonnenschein und milde Temperaturen. In diesem Winter also endlich einmal wieder.

Ich habe beschlossen, meinen ehemals großen Gemüsegarten, den ich vor einigen Jahren habe verwildern lassen, wieder zu beleben. Im Grunde muss ich ihn ganz neu anlegen. Für diese Zeit, in der es mir zuviel war, Gemüseanbau in diesem großen Stil zu betreiben, hat es gepasst. Ich habe ein paar Tomaten, Kräuter und so weiter angepflanzt. Das reichte. Aber nun, in diesem kommenden Sommer, soll alles wieder anders werden.

Der Plan, die Schafe nicht mehr frei auf dem ganzen Hofgelände herumlaufen zu lassen, bestand ja schon länger. Nun haben wir knapp einen halben Hektar eingezäunt. Sobald sich unser neues Schaf Fini endgültig eingelebt hat und das erste Grün sprießt, müssen die Schafe ihren Tagesstall hergeben und sich auf ihren Platz beschränken.

Und der Gemüsegarten-Relaunch kann beginnen.

Natürlich ist so ein Gemüsegarten für eine einzelne Lady viel zu groß und damit viel zu ergiebig. Aber da sind natürlich noch die Töchter und mein Enkel. Und vielleicht auch noch die eine oder andere Person, die Lust hat, den Garten mitzubearbeiten, um dafür bestes, köstliches Gemüse zu ernten. Eine Anmeldung gibt es schon!

Die meisten meiner Leserinnen lebt ja nun nicht unbedingt beim Schlangenberg ums Eck und können darum auf dieses Angebot gar nicht eingehen. Aber vielleicht ist dies ja eine Anregung für andere, meinem Beispiel zu folgen, und ihren Gemüsegarten mit anderen teilen. Ich freue mich schon darauf, Karotten, Pastinaken, Rote Rüben, Steckrüben, Radieschen, Spargel (den gibt es schon lang bei uns!), Mangold, Kohlrabi, Kartoffeln, Kraut und Kohl, Karfiol (Blumenkohl), Spinat, Vogerlsalat (Nüsslisalat, Ackersalat), Kohlsprossen, Zwiebeln, Knoblauch, Broccoli, Melonen, Melanzani (Aubergine), Kürbis, Zucchini, Paprika, Gurken, Tomaten, Mais, Sojabohnen, Fisolen (grüne Bohnen), Käferbohnen, Erbsen anzubauen. Dazu Kräuter in großer Vielfalt. Basilikum, Salbei, Petersilie und Dille, Oregano und Minze, Thymian und Majoran. Köstliche Erdbeeren nicht zu vergessen. Am besten Mieze Schindler. Die sind zwar klein, aber sehr aromatisch und süß. Dazu

Ich sehe schon alles vor mir. Nichts schmeckt so gut wie das eigene Gemüse.

 

 

11. Jänner 2012

 

Lostage

 

Ich sitze im Zug nach Wien und leide darunter, dass ich so lange Zeit auf dem Schlangenberg war ohne mich wirklich in das Getümmel im Tal zu begeben. Jetzt sind Augen und Ohren entwöhnt. Das übliche Hintergrundgeräusch aus Handy-Telefonaten, lauten Unterhaltungen, betont leisen Unterhaltungen (manchmal mit ihrem Gewisper schlimmer als die lauten), Semmelsackerlgeraschel, Gelächter, schmatzenden Apfelessgeräuschen, dem Aufreißen von Bierdosen und so weiter ist die nackte Ohrenfolter. Die Augen staunen eher über das, was Leute an Kleidung tragen und an Beuteln, Rucksäcken, Taschen, Koffern mit sich herumzerren. Welch Farbkompositionen von Hemden und Krawatten. Und überhaupt Krawatten! Dermaßen aus einem anderen Paralleluniversum kommend hat man ja den Blick einer verdatterten Urwaldbewohnerin, was Brauchtümer und Gepflogenheiten angeht. Und wieder ertappe ich mich dabei, dass ich die Regel des öffentlichen Raumes vergessen habe, Menschen, die mein Interesse erregen, nicht unverhohlen anzustarren. Ein gepflegter Typ Manager mit randloser Brille hat fluchtartig den Sitz auf der anderen Seite des Ganges verlassen, nachdem ich ihn offenbar ausführlich gemustert hatte. Der Arme. Vielleicht hatte er Angst, dass ich etwas von ihm will. Am besten binde ich mir ein Kopftuch um, um vollends in der Unsichtbarkeit anzukommen. Aber ich werde mich bemühen. Zum einen, nicht so lange Zeit verstreichen zu lassen, bis ich wieder einmal Zeit im öffentlichen Raum verbringe und zum anderen, nicht wie die völlige Hinterwäldlerin zu agieren. Ich verspreche, dass ich gleich in der U-Bahn niemandem die Hand gebe und auch keinen Menschen frage, wie es ihm geht.

Der Himmel ist blitzblau, die Sonne scheint strahlend. Am Semmering liegt Schnee. Das ist, vom Zugfenster aus bewundert, ein schöner Anblick. Mehr Berührung mit diesem weißen Zeug ist für mich nicht notwendig. Ich weiß, ich weiß, mit dieser Ansicht bewege ich mich in einsamen Kreisen. Aber ich stehe dazu.

Wir haben am Schlangenberg ja heuer eher einen Mittelmeerwinter. Bis zu zehn Grad plus am Tag mit Sonne und blauem Himmel, in der Nacht ein wenig Frost. Und kein Schnee! In der Luft ein leiser Hauch von Holzrauch. Der Blick geht weit und klar bis in die Alpen. So waren die Winter, als ich vor zwanzig Jahren hier am Schlangenberg ankam. Erst die letzten Jahre war es, als wären wir im falschen Film gelandet. Mit so viel Schnee und Eis, dass ich die Sache mit dem Klimawandel für einen Scherz zu halten begann.

Am kommenden Wochenende sind wieder die zukünftigen Essenzentherapeutinnen zu Gast am Schlangenberg. Es geht um die Erarbeitung verschiedener Krisenformen und deren Erarbeitung. Außerdem gehen wir durch die 7 Stationen, die jeder Heilungsweg nimmt. Auch wagen wir uns an die psychische Abwehr, mit der jeder Mensch seine Seele schützt.

Die prozessorientierte Essenzentherapie macht mir immer mehr Freude. Ein weites Feld, viele Möglichkeiten, interessante Erkenntnisse.

Wir haben jetzt Wiener Neustadt passiert. Ich nähere mich meinem Ziel. Österreichs Metropole. Schöner Kontrast zu meinem Landpommeranzenleben. 

 

 

9. Jänner 2012

 

Jetzt geht’s los!

 

Dieses Jahr 2011 war ja schon nicht annähernd so eine Herausforderung wie die Jahre 08, 09, 010. Wieviel leichter fühlt sich das Jahr 2012 an, das da auf uns zurollt. Der Jahresregent ist der schnelle Merkur. Kann sich noch jemand an 2005 erinnern? Ein Jahr, in dem zwischen Neujahr und Silvester nur ein Augenblick lag. So wird es uns wohl auch mit 2012 gehen. (Als wenn die Zeit nicht eh schon rast wie verrückt).

In meinem persönlichen Leben ist es nun klarer, ruhiger, fröhlicher. Wie seit langem nicht mehr. In der großen Welt geht es zu wie auf der Auer Dult. Für die, die nicht wissen, was die Auer Dult ist: Ein lautes Volksfest, Synonym für verrücktes Chaos. Kleiner Einschub: Man hat ja immer die Regierung, die man verdient hat. Deutschland hat als Bundespräsidenten einen geizgeilen Schnäppchenjäger mit ausgeprägtem Sitzfleisch und Österreich einen Bundeskanzler, dessen Intelligenzquotient im zweistelligen Bereich liegt. Beide sind zwar Problempolitiker, aber die Probleme, die sie verursachen, sind nicht wirklich weltbewegend. Da haben wir noch ganz andere Kaliber. In Politik und Wirtschaft. Die aber auch noch nicht bemerkt haben, dass die Zeitqualitäten sich dramatisch verändert haben. Gemauschel, Korruption, Amigo-Verhältnisse, Bananenrepublikmeisterschaften – das alles wird nicht so weitergehen wie bisher. Für die astrologisch Interessierten: Das liegt an Pluto im Steinbock. Für die, die nur durch die politische Brille schauen können: Das Internet hat alles verändert. Und das ist erst der Anfang. Wir können uns also auf eine interessante Zeit gefasst machen. Und keine Angst. Strukturwandel – und um solchen handelt es sich – ist immer fürchterlich unbequem. Wenn es dabei auch noch um so etwas wie Downshifting geht, also die Verkleinerung des Lebensstils und die Zurücknahme der Ansprüche an den Lebensstandard, dann finden die Unbequemlichkeiten im einzelnen persönlichen Leben statt und das ist meist nicht annähernd so leicht wie die größeren gesellschaftlichen Wandlungen, unter denen man sich oft wegducken kann.

Was sich dadurch ändert? Einmal das Bewusstsein dafür, was wirklich wichtig ist und was nicht. Und das Ziel, einstmals die reichste Leiche auf dem Friedhof zu sein, ist eben nun mal kein wichtiges. Es wird Zeit, dass wir das Geld nicht mehr in den Mittelpunkt unseres Lebens stellen. Und des weiteren sollte die mehr oder weniger erfolgreiche Selbstfindung der letzten Jahrzehnte nun schön langsam dazu führen, dass wir uns wieder für so fremd gewordene Dinge wie Gemeinsinn interessieren. Und zwar auf dem hohen Niveau, auf das uns unsere Selbstfindung gebracht hat. Ich bin unendlich bestürzt darüber, wie viel hochkonzentrierte, disziplinierte und verzweifelt einsame Einzelkämpfer und Einzelkämpferinnen unterwegs sind. Frauen, die ihre Kinder aufziehen und sich in ihrem Job aufreiben. Männer, die den Sinn ihres Lebens noch nie gefunden haben. Frauen, die nichts riskieren. Männer, die sich auf nichts einlassen. Das muss aufhören. So alte Zirkuspferde wie ich, die noch eine ganz andere Zeit erlebt, was heißt erlebt – angezettelt haben, können das kaum fassen. Wir alten 68er haben in Gruppen gerockt. Wohngemeinschaften, Kinderläden, Frauengruppen. Wir hielten zusammen und ließen keinen außen vor. Die Lösung lag immer in der Gruppe. Da gings zwar auch immer zu wie auf der Auer Dult. Aber wir haben einander durchs Leben getragen. Deshalb konnte ich Studium, Arbeit und Kinder (zur gleichen Zeit bittesehr) miteinander vereinbaren. Mühelos. Wir haben gelernt, dass nicht nur die eigenen Kinder die eigenen sind, sondern dass alle Kinder unsere sind. Das ist lange her und seitdem ist viel geschehen. Aber nun sind die Zeiten so, dass diese vergangenen Dinge wieder von großer Bedeutung sind. Und wir alten Zirkuspferde erzählen von einer Zeit, in der wir noch wussten, was hilft. Wir müssen wieder zueinander stehen. Es ist ganz einfach. Und was das Niveau unserer Bewusstheit angeht: das ist tatsächlich ein wesentlich höheres geworden in den letzten Jahrzehnten. Ich freue mich darauf, was wir alles möglich machen können, wenn wir jetzt loslegen.

 

 

 

3. Jänner 2012

 

Das Jahresprogramm 2012

 

Pünktlich zum Jahresanfang ist es fertig geworden. 

 

 

Fest verwurzelt fliegen können

Diese Zeiten, da wir zueinander stehen müssen........

 

 

Liebe InteressentIn, FreundIn, KlientIn,

 

ich freue mich, das Programm 2012 präsentieren zu dürfen. Es ist ein besonderes Jahr und ich hoffe, dass ich ein angemessenes Programm zusammengestellt habe.

Einige wenige Veranstaltungen führen mich nach Graz und Wien, aber in der Hauptsache finden alle Veranstaltungen im Schlangenberg-Zentrum in Bierbaum und auf dem Schlangenberg statt. Denen, die den Weg von ihrem Heimatort bis hierher weit und anstrengend finden, kann ich nur sagen, dass es für manche Dinge im Leben wichtig ist, sich auf einen langen Weg zu machen. Dinge, Ereignisse, Begegnungen, bei denen es auf Herz und Tiefe ankommt.

Es gibt ein Seminar, welches mein neues Buch zur Grundlage hat. Andere haben die Magie als solides Frauenhandwerk im Mittelpunkt. Dazu wird ein neuer Heilungsweg mit dem Rosarium erarbeitet und der Gang ins Labyrinth ermöglicht wie in jedem Sommer. Den Höhepunkt bildet das Mysterienspiel im August, das dem ganzen Schlangenberg-Sommer sein Motto verliehen hat: fest verwurzelt fliegen können. Hier versuche ich meine Theaterarbeit mit meiner therapeutischen Arbeit zu verbinden. Weshalb es möglich ist, als LaienschauspielerIn oder als ZuschauerIn teilzunehmen.

Ich freue mich auf euren zahlreichen Besuch, auf interessante Begegnungen, auf  gemeinsame Erkenntnisse und viel Spaß und Freude in 2012!

Eure

Angelika Aliti

 

 

 Reine Magie!

 

Die Wirklichkeit bildet das ab, was im Unsichtbaren entsteht und ins Unsichtbare führt. Wenn wir die Wirklichkeit verändern wollen, müssen wir mit dem Unsichtbaren arbeiten.

 

Magie ist die Fähigkeit, mit den Kräften des Unsichtbaren umzugehen. Die Kräfte des Unsichtbaren – sind zahlreich. Lebenskraft und Willenskraft, die Schwingung von Pflanzen, Erdgeister, Feuer- und Wasserwesen, Symbole und Archetypen, das weite Land Erde fern von den Städten. In das Spiel der Energien einzugreifen ist eine Kunst, die man lernen kann, sofern man bereit ist, eine entsprechende Haltung im Leben einzunehmen.

Ich habe im vergangenen Jahr begonnen, Magie vor allem für Menschen therapeutischer Berufe zu lehren und will dies in diesem Jahr fortsetzen. Deshalb gibt es Magie III. Für die, die neu einsteigen möchten, wiederhole ich Magie I und II.

 

I: 5. /6. Mai

II: 6. /7. Oktober

III: 19. /20. Mai

Ort: Schlangenberg-Zentrum und Schlangenberg, Südoststeiermark

Teilnahme: 350,-- ohne Übernachtung und Verpflegung

 

 

Rosarium

Wenn nichts so bleibt wie es ist

 

Im Laufe unseres Lebens geraten wir immer wieder in Situationen, die uns viel abverlangen. Partnerverlust, Jobverlust, Krankheit. Ein Kind wird geboren. Oder verloren. Kinder gehen aus dem Haus, Wechseljahre stehen an, die Pensionierung steht vor der Tür. Was immer es auch ist, es sind die Zeiten, die uns herausfordern, weil wir uns der Tatsache stellen müssen, dass nichts so bleibt wie es ist.

In diesen Zeiten brauchen wir Unterstützung und Stärkung. Für diese Zeiten habe ich das Rosarium entwickelt.

 

Ich wählte vier Rosenstöcke aus, die ich den vier Elementen Feuer, Wasser, Erde, Luft zuordnete. Hierbei stütze ich mich auf das Gedankengut der Alchemie, die davon ausging, dass Veränderungsprozesse von diesen philosophischen Elementen beeinflusst sind.

Wir kennen Feuerkrisen, Wasserprobleme, Erdschwierigkeiten und Luftkatastrophen. Es sind vier verschiedene Möglichkeiten ein Verständnis für die eigenen Schwierigkeiten zu erhalten.

Finde heraus, welcher Art deine Probleme eigentlich wirklich sind und löse sie mit Hilfe des Rosariums.

 

 

28. /29. Juli

Ort: Schlangenberg-Zentrum und Schlangenberg, Südoststeiermark

Teilnahme: 240,-- Euro ohne Übernachtung und Verpflegung

 

 

Der Gang ins Labyrinth

Ein Initiationswochenende für alle, die innehalten, nachdenken, nachspüren müssen; die eine Neuausrichtung benötigen; die sich selbst begegnen wollen, bevor sie weitergehen.

Alljährlich gibt es die Gelegenheit, in das Labyrinth am Schlangenberg zu gehen. Bei dieser Veranstaltung geht es um die Förderung der spirituellen Intelligenz – messbar als 40-Hz-Wellen, die das gesamte Gehirn durchlaufen. Sie ist für ein erfülltes Leben lebensnotwendig.

 

Der Gang ins Labyrinth ist gut, wenn das Leben eine wirkliche Wende nehmen soll. Oder wenn eine verfahrene Situation in die Lösung gebracht werden soll. Wenn dein Leben eine Veränderung erfäahren soll, du aber nicht weißt,  wie du es beginnen sollst – wenn du über eine Grenze gehen musst, weil du in eine neue Phase deines Lebens gehst.

 

21./22. Juli

Ort: Schlangenberg-Zentrum und Schlangenberg, Südoststeiermark

Teilnahme 240,-- Euro ohne Übernachtung und Verpflegung

 

 

Das große Mysterienspiel

 

Fest verwurzelt fliegen lernen

Diese Zeiten, da wir zueinander stehen müssen....

 

Grundlage dieses Mysterienspiels, das im Labyrinth am Schlangenberg stattfindet, ist ein Gedicht von Kavafis:

 

STIMMEN

Verklärte, liebste Stimmen

derer, die gestorben oder derer, die für uns

verloren sind gleich den Verstorbenen.

Manchmal sprechen sie zu uns in unsren Träumen;

manchmal, mitten in Gedanken vertieft, hört sie der Geist.

Und mit ihrem Klang kehren für einen Augenblick

Klänge von unseres Lebens früher Poesie zurück -

wie Musik, des Nachts, die weit entfernt verebbt.

 

 

Aus der Vergangenheit sprechen diese Stimmen zu uns. Im Labyrinth nehmen sie Gestalt an, werden zu Menschen, die wir kennen oder zu kennen glauben und die uns in ein großes Ritual, in  ziehen.

 

14. – 17. August Vorbereitung und Proben der Akteurinnen

18. August  Aufführung, Beginn 20.00

 

Ort: Schlangenberg, Südoststeiermark

Teilnahme als AkteurIn: 350,-- Euro ohne Übernachtung und Verpflegung

ZuschauerInnen: 40,-- Euro

Dauer der Aufführung: ca. 2 Stunden mit anschließendem Sommerfest

 

 

Das Rätsel des Bösen

Ich will mein Leben zurück

 

Auf der Grundlage meines neuen Buches gleichen Titels (erscheint Frühjahr 2012)  wendet sich diese Veranstaltung an alle Menschen, die in giftigen Beziehungen leben oder lebten, die im Beruf, in der Nachbarschaft oder wo und wie auch immer dem lieblosen und herzlosen Verhalten anderer ausgesetzt sind.

Hör auf, das Herz dieser Menschen erreichen zu wollen. Lass alles Bemühen, verstanden zu werden los. Lerne, was zu tun ist und hol dir dein Leben zurück.

 

 

11./ 12. August

5. /26. August

Ort: Schlangenberg-Zentrum und Schlangenberg, Südoststeiermark

Teilnahme: 240,-- Euro ohne Übernachtung und Verpflegung

 

und

 

Das Rätsel des Bösen

Kurzseminar

offene Gruppe

 

Termine:

21. Jänner 2012

10. März 2012

14. April

12. Mai

 

Ort: Graz, Sporgasse 24

Teilnahme: 45,-- pro Seminar

Die Seminare bauen nicht aufeinander auf, sondern richten sich inhaltlich nach den Bedürfnissen der TeilnehmerInnen.

 

 

Der Lebenskreis

 

Das, was wir Schicksal nennen, tritt nicht von außen an uns heran, sondern es tritt von innen her aus uns heraus. (Rilke)

 

Leben ist nicht die Linie zwischen Anfangs-  und Endpunkt, sondern ein Kreis, der sich mit dem Tode schließt und so Anfang und Ende miteinander verbindet. Vielleicht sind es auch jährliche Kreise, ähnlich den Ringen eines Baumstamms, nur dass unsere Lebensringe sich konzentrisch von außen nach innen bilden, denn den Lebenskreis umlaufen wir in jungen Jahren auf langem Weg mit einem Erlebnis von langsam vergehender Zeit, die immer kürzer zu werden scheint, je älter wir werden. Während wir unsere Kreise ziehen, unterwirft uns das Schicksal zahlreichen Wandlungen.

 

Unser Instrumentarium sind die SchlangenbergEssenzen und die 50 Schlangenberg-Karten.

Unsere Methode: wir legen den Lebenskreis und erkunden die sechs Wandlungsstationen eines Lebens.

 

8./9. September

Ort: Schlangenberg-Zentrum und Schlangenberg, Südoststeiermark

Teilnahme: 240,-- Euro ohne Übernachtung und Verpflegung